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Gute Aussichten für dasFallschirmjäger-Ehrenmal auf Kreta, aber Spendengelder erforderlich! |
Rückblick: Im Anschluß an
die Schlacht um Kreta 1941 errichtete das II. Bataillon des
Fallschirmjäger-Sturmregimentes zum Gedenken an die vielen gefallenen Kameraden
bei Chania auf der Insel Kreta ein eindrucksvolles
Ehrenmal, das drei beschriftete Marmortafeln und als Bekrönung den stürzenden
Adler, das Emblem der deutschen Fallschirmtruppe, trug. Der Adler gab dem
Bauwerk bei der kretischen Bevölkerung den Namen „Deutscher Vogel“.
Nach dem Krieg blieb das Ehrenmal
glücklicherweise von Abrißmaßnahmen verschont, wofür
vor allem dem späteren griechischen Ministerpräsidenten, Konstantinos
Mitsotakis, einem geborenen Kreter und aktiven Mitglied des Widerstandes gegen
die deutsche Besatzung, großer Dank gebührt. Das Ehrenmal und die zugehörige
Treppenanlage stehen seit langer Zeit auf privaten Grundstücken.
Nach Ablauf eines 30jährigen
Pachtvertrages zwischen dem damaligen Honorarkonsul der Bundesrepublik
Deutschland, der als Repräsentant des Bundes Deutscher Fallschirmjäger auftrat,
und den Grundstückseigentümern im Jahre 2001 schien das weitere Schicksal des
Ehrenmals unklar zu sein.
Im März 2001 zerbrach der stürzende
Adler, dessen Reste entsorgt wurden. Ein Jahr später zerschlug man große Teile
der untersten Marmorplatte. Der Ehrenmalsockel wurde mehrfach mit Farbe
beschmiert.
In Deutschland entstand im Jahre 2002 der
Verein zur Erhaltung des Ehrenmals („Freundeskreis zu Erhaltung eines
Fallschirmjäger-Ehrenmals auf Kreta e. V.“)
Die intensiven, jahrelangen Bemühungen
unseres Freundes, des Honorarkonsuls der Bundesrepublik Deutschland, und des
„Freundeskreises“, durch Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern sowie
Vertretern von Verwaltung und Politik eine Klärung der Situation
herbeizuführen, waren zum Scheitern verurteilt.
Eine Wende trat erst ein, als 2006 der
kretische Architekt, der sich seit Jahren ebenfalls für die Erhaltung des
Ehrenmals einsetzt, im Auftrag des „Freundeskreises“ die Abtragung und den
Abtransport des Ehrenmals vorbereitete, die zu dieser Zeit von den Grundstückseigentümern
ultimativ verlangt wurden. Dabei stellte sich heraus, daß
die Grundstücke, auf denen sich das Ehrenmal und die Treppenanlage befinden,
bereits im Jahre 1998 (!) von der Baubehörde der Präfektur Chania
mit Gesetzeskraft als Grünfläche (Parkanlage) eingestuft worden waren
(Regierungsgazette Nr. 988/8 vom Dezember 1998). Die Grundstückseigentümer
müssen für diesen Zweck mit adäquater Entschädigung enteignet werden. Warum es
gelungen war, diese entscheidende Information den an der Erhaltung des
Ehrenmals Interessierten jahrelang vorzuenthalten, muß
offen bleiben.
Die zur Zeit zuständigen kommunalen
Amtsträger, insbesondere der Präfekt von Chania,
Grigoris Archontakis, der Vizepräfekt von Chania, Konstantinos Gyparis, und der Bürgermeister von Nea
Kydonia, der Gemeinde, in der sich das Ehrenmal
befindet, Manolis Stamatakis,
fühlen sich an den Beschluß von 1998 gebunden und
sind bemüht, ihn in die Tat umzusetzen. Dies wurde bereits im Mai 2008 bei
einem Besuch deutlich, den Mitglieder des Vorstandes des „Freundeskreises“
zusammen mit dem Präsidenten des Bundes Deutscher Fallschirmjäger, dem
Präfekten und dem Vizepräfekten abgestattet haben.
Aktuelle
Lage: In der Zeit vom
08.07. bis zum 15.07.2009 befanden sich Vorstandsmitglieder des
„Freundeskreises“ auf Kreta, um die gegenwärtige Situation mit den zuständigen
Amtsträgern zu besprechen. Sie wurden dabei tatkräftig vom Honorarkonsul und
dem bereits erwähnten Architekten unterstützt.
Der
Bürgermeister von Nea Kydonia
machte deutlich, daß er bereits im Frühjahr 2009 ein
Gremium damit beauftragt hat, die Konditionen für die Entschädigung der
Grundstückseigentümer (Grundstückstausch, eventuell kombiniert mit finanzieller
Leistung der Gemeinde) festzulegen. Diese Vorbereitungen der Entschädigung
können bis zu 20 Monate in Anspruch nehmen. Die dann getroffene Entscheidung
des Gremiums läßt sich von den Grundstückseigentümern
nicht mehr anfechten. Während der Vorbereitungsphase können die Eigentümer ihre
Grundstücke nutzen, Veränderungen am Ehrenmal und der Treppenanlage dürfen aber
laut richterlicher Entscheidung von den Besitzern nicht vorgenommen werden.
Der Bürgermeister ist damit
einverstanden, daß kleinere Reparaturen und
Säuberungsmaßnahmen am Ehrenmal bereits jetzt erfolgen.
Er sagte zu, die Treppe regelmäßig
reinigen zu lassen. Alle weiteren Arbeiten sind vom „Freundeskreis“ zu finanzieren.
Der „Freundeskreis“ hält die Befreiung
des Ehrenmalsockels von der Farbkontamination für vordringlich. Auch die Schließung
des durch die Beschädigung der untersten Marmorplatte entstandenen großen
Defektes und die Sanierung verwitterter Steine erscheinen dringend geboten.
Weiterhin sollten einige Bäume, die die Sicht auf das Ehrenmal beeinträchtigen,
zurückgeschnitten werden.
Der Architekt wurde gebeten, diese ersten
Schritte vorzubereiten und entsprechende Kostenvoranschläge bei dafür in Frage
kommenden Firmen einzuholen.
Als größere Baumaßnahme kann langfristig
die Errichtung einer Betonstützmauer oder die
Aufschüttung des Geländes auf der östlichen Seite des Treppenaufgangs
erforderlich werden, da durch die starke Abbaggerung in diesem Bereich die
Stabilität des Bauwerkes reduziert sein kann.
Bei einem Besuch des Vizepräfekten wurde
dem „Freundeskreis“ erneut die volle Unterstützung der Präfektur zugesagt. Konstantinos Gyparis bereitet
eine Pressemitteilung über die Schutzbedürftigkeit der fünf wichtigsten historischen
Denkmäler in Chania vor, zu denen das deutsche
Ehrenmal in Nea Kydonia
gezählt wird.
Insgesamt läßt
sich feststellen, daß das öffentliche Interesse der
kretischen Behörden an dem Ehrenmal in den letzten Jahren erheblich gewachsen
ist.
Die genannten Säuberungs- und kleineren
Baumaßnahmen werden das Budget des „Freundeskreises“ bereits merklich belasten.
Um für zukünftige größere Maßnahmen gerüstet zu sein, sind finanzielle Spenden
dringend erforderlich (Bankverbindung: Sparkasse Allgäu, Bankleitzahl:
73350000, Konto-Nummer: 610145583). Nur
auf diese Weise wird es gelingen, das Ehrenmal wieder in der alten Form
erstehen zu lassen.
Der Vorstand
des
„Freundeskreises zur Erhaltung eines Fallschirmjäer-Ehrenmals auf Kreta e. V.“
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Deutschland 08/2009 |
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